Ratten und Mäuse machen nicht an den Grenzen einer Wohnung halt. In einem Mehrfamilienhaus kann ein bei einem Bewohner aufgetretenes Problem schnell das ganze Gebäude betreffen. Daher eine wiederkehrende und spannungsgeladene Frage: Wer muss handeln, und wer zahlt? Hier erfahren Sie, wie Sie den Überblick behalten.
Die Anzeichen in Mehrfamilienhäusern erkennen
In einer Eigentümergemeinschaft bewegen sich die Nagetiere durch die Gemeinschaftsbereiche, bevor sie zu den Privatpersonen gelangen. Mehrere Hinweise sollten Sie aufhorchen lassen:
- Kratzgeräusche in den Trennwänden, abgehängten Decken oder Installationsschächten, vor allem nachts;
- Kot entlang der Sockelleisten, in den Kellern, Müllräumen oder Treppenabsätzen;
- Nagespuren an Kabeln, Verpackungen oder den unteren Türbereichen;
- ein anhaltender Uringeruch in den Kellern und Kriechkellern.
Diese Anzeichen treten oft zuerst in den Gemeinschaftsbereichen auf: Müllräume, Keller, Parkplätze, Installationsschächte. Das ist ein deutliches Signal: Der Befallsherd beschränkt sich selten auf eine einzige Wohnung.
Wer macht was: Mieter, Eigentümer, Verwalter
Die Verteilung der Verantwortlichkeiten folgt einer einfachen Logik, die mit der Ursache des Problems zusammenhängt.
- Der Mieter muss seine Wohnung instand halten, eine gute Hygiene bewahren und jedes Auftreten von Nagetieren schnell melden. Ein offensichtliches Instandhaltungsversäumnis kann in seine Verantwortung fallen.
- Der Eigentümer ist verpflichtet, eine angemessene, von Schädlingen freie Wohnung bereitzustellen. Stammt der Befall aus der Bausubstanz — Risse, Leitungen, Baumängel —, obliegt ihm die Behandlung der Wohnung.
- Der Verwalter, Vertreter der Eigentümergemeinschaft, organisiert die Rattenbekämpfung in den Gemeinschaftsbereichen: Keller, Müllräume, Installationsschächte, Untergeschosse. Das ist oft die entscheidende Ebene, denn dort nisten sich die Herde ein.
In der Praxis lässt sich ein Befall in einem Gebäude selten Wohnung für Wohnung lösen. Die Koordination zwischen Bewohnern, Eigentümern und Verwalter ist der Schlüssel zu einem dauerhaften Ergebnis.

Die Ausbreitung zwischen Wohnungen
Die Nagetiere nutzen die unsichtbaren Wege des Gebäudes: Elektroschächte, Wassersteigleitungen, Müllschlucker, abgehängte Decken, Dehnungsfugen. Ein 2 cm großes Loch genügt einer Ratte, etwas weniger einer Maus. Nur eine einzige Wohnung zu behandeln bedeutet also, das Problem zu verlagern: Die Nagetiere flüchten zum Nachbarn und kehren zurück, sobald die Behandlung abgeschlossen ist.
Deshalb geht eine wirksame Rattenbekämpfung auf die Ursache zurück, statt sich mit den sichtbaren Symptomen zu begnügen. Man muss die Eintrittsstellen, die Nistherde und die Bewegungswege identifizieren, dann koordiniert im gesamten Gebäude behandeln und verschließen.



