„Ich habe das Loch hinter der Waschmaschine an einem Sonntag mit Bauschaum zugespritzt. Am Mittwoch darauf war ein sauberer Tunnel mitten hindurch gefressen, und auf den Fliesen lagen gelbe Schaumkrümel." Dieser Hauseigentümer aus Créteil hatte nichts Dummes gemacht: Er hatte getan, was neun von zehn Privatleuten tun, mit dem auffälligsten Produkt aus dem Baumarktregal. Und er hatte den Mäusen damit ein weiches, leicht zu zernagendes Material geliefert, das den Durchgang zusätzlich vor Blicken verbarg.
Das Verschließen von Zugängen – von Fachleuten Proofing genannt – ist die einzige Maßnahme der Nagerbekämpfung, deren Wirkung sich nicht erschöpft. Ein Köder wird gefressen, eine Falle leert sich, eine Population draußen erneuert sich. Ein korrekt verschlossenes Loch bleibt dagegen verschlossen. Man muss nur wissen, was einem Rattenzahn widersteht – der Glas verkratzt und Aluminium anbeißt.
Dieses Blog hat bereits gedämmte Dachböden, gebrochene Abwasserleitungen, den Fallenfang und die Vorschriften zu Rattengiften behandelt. Dieser Artikel behandelt ein eigenes, rein technisches Thema: welches Material in welches Loch, in welcher Reihenfolge – und welche Fehler die Arbeit von vornherein zunichtemachen.

Die zwei Zahlen, die alles entscheiden: 6 mm und 20 mm
Bevor man ein Material wählt, muss man wissen, was man überhaupt verschließen will.
Eine erwachsene Hausmaus passt durch eine Öffnung von 6 bis 7 mm, also durch die Stärke eines Bleistifts. Ihr Schädel ist komprimierbar, ihr Brustkorb biegsam: Wenn der Kopf durchgeht, folgt der Körper. Sie klettert an rauen senkrechten Flächen (Putz, Rohbeton-Stein, Ziegel), springt etwa 25 cm hoch und stürzt eine Etage tief ohne Schaden ab.
Eine Wanderratte (Rattus norvegicus), die Art aus den Kellern und Abwassernetzen des Val-de-Marne, braucht 20 bis 25 mm. Sie gräbt in lockerer Erde bis 60 cm tief, schwimmt und erweitert eine zu kleine Öffnung aktiv, indem sie die Ränder benagt.
Praktische Folge: Jede Öffnung über 5 mm ist wie eine offene Tür zu behandeln. Und es hat keinen Sinn, acht von zehn Zugängen zu schließen. Der Nager braucht nur den neunten.
Praxisregel: Wenn eine 1-Cent-Münze (16,25 mm) in einen Spalt passt, kommt eine junge Ratte durch. Wenn die Spitze eines Bic-Kugelschreibers hineingeht, kommt eine Maus durch.
Die Materialien im Ranking, von schlecht bis gut
Was nicht hält (und was man überall sieht)
Polyurethan-Bauschaum allein. Er ist weich, porös, und eine Maus gräbt sich darin in einer Nacht einen Gang. Schlimmer noch: Manche Schäume halten Feuchtigkeit am Untergrund fest. Es gibt sogenannte „nagersichere" Schäume mit Repellent-Zusatz oder mineralischer Füllung; in der Praxis bleibt ihre mechanische Festigkeit gering. Schaum ist nur akzeptabel als ergänzende Luftdichtung, hinter einer harten Barriere.
Silikon und Acryl aus der Kartusche. Hervorragend gegen Zugluft, wirkungslos gegen Zähne. Eine Maus löst sie ab, indem sie in den Rand beißt.
Klebeband, Pappe, Lappen, Plastiktüte. Das sind keine Verschlüsse, das ist frei Haus geliefertes Nistmaterial.
Lüftungsgitter aus Plastik. Die werkseitig an Keller- oder Kriechkellerlüftern montierten Gitter geben binnen weniger Tage nach. Eine Ratte durchbricht sie an der Ecke.
Was hält
Edelstahlwolle lose. Das ist das Basis-Verbrauchsmaterial der Branche. In einen Spalt oder um ein Rohr herum fest eingestopft, wirkt sie abrasiv und ist nicht durchnagbar: Der Nager verletzt sich das Zahnfleisch und gibt auf. Achtung bei der Qualität: Gewöhnliche Stahlwolle rostet im Keller oder im Außenbereich innerhalb weniger Monate und zerfällt mit der Zeit. Eine Edelstahlwolle gegen Nagetiere, als Rolle verkauft, lässt sich mit der Blechschere zuschneiden und mit einem Flachschraubendreher verdichten.
Feinmaschiges Metallgitter, sogenanntes „Nagerschutzgewebe". Für Öffnungen, die belüftet bleiben müssen: Kellerlüftungsgitter, Kriechkellerauslass, Dachlüfter, Fassadenbekleidungs-Abschluss. Nötig ist eine Maschenweite von maximal 5 mm und ein Draht von mindestens 0,7 mm, in verzinktem Stahl oder Edelstahl. Ein Hasendraht (Masche 13 mm, weicher Draht) nützt nichts: Er hält Vögel ab, keine Mäuse. Eine Rolle Edelstahlgitter mit 5-mm-Masche deckt den Bedarf eines Einfamilienhauses im Wesentlichen ab.
Mörtel, Schnellzement und gefüllte Reparaturmassen. Für Mauerwerkslöcher, Schlitze, Hülsrohr-Vermörtelungen. Ein Schnellbinde-Zement erlaubt es, eine Aussparung in zwanzig Minuten zu verschließen – vorausgesetzt, sie wird armiert: Zuerst wird Stahlwolle in die Tiefe gestopft, darüber kommt die Vermörtelung. Mörtel allein über einem tiefen Hohlraum reißt, und der Nager greift den Riss an.
Lochblech und Metallplatten. Zum Schutz eines angenagten Holztürblatt-Unterteils, einer Bekleidungsecke, eines Rollladenkastens. Eine 0,8-mm-Platte, über die angegriffene Stelle geschraubt, löst das Problem endgültig.
Türbodendichtungen und Bürstendichtungen aus Metall. Die Türschwelle ist bei Einfamilienhäusern der erste reale Einstiegspunkt. Eine Türbodendichtung mit Metallbürste lässt weniger als 3 mm frei und hält die tägliche Reibung aus – anders als Schaumstoffwülste.
Die Erkundung: die Löcher finden, bevor man sie verschließt
Aufs Geratewohl zuzustopfen kostet ein ganzes Wochenende. Die Methode ist immer dieselbe: einmal bodennah um das Haus herumgehen, dann innen dasselbe wiederholen.
Draußen, von einer Ecke aus beginnend und langsam voranschreitend:
- die Fuge zwischen Wand und Bodenplatte, besonders an den Ecken und unter den Regenfallrohren;
- die Kabel- und Rohrdurchführungen: Wasseranschluss, Elektro-Leerrohr, Telekommunikationskabel, Klimaleitung, Kondensatablauf der Heizung – das ist Punkt Nr. 1;
- die Lüftungsgitter von Kriechkeller und Keller, oft gebrochen oder verrostet;
- die Wasserzählerschächte und Anschlusskästen, deren Deckel nicht mehr dicht schließt;
- die Garagentorschwellen, besonders die Ecken, in denen die Gummidichtung platt gedrückt ist;
- der untere Abschluss von Holz- oder Verbundfassaden sowie die Anschlüsse von Dämmplatten bei Außendämmung;
- die Löcher von Zaunpfosten und nicht verschlossene, aufgegebene Leerrohre.
Innen:
- hinter und unter den Küchenmöbeln, rund um den Spülensiphon und den Geschirrspüleranschluss;
- die Rohrdurchführung hinter Waschmaschine und Warmwasserspeicher;
- die Verkastung von Steigleitungen, Schrank-Durchbrüche, die Eintritte der Lüftungsrohre;
- die Dachbodenluke, Unterputz-Elektrodosen in Außenwänden, Deckeneinbauspots unter dem Dachboden;
- der Rollladenkasten, der oft direkt mit dem Außenraum verbunden ist.
Zwei einfache Hilfsmittel. Eine UV-Lampe zur Spurensuche ist nichts Magisches, aber Nagerurin fluoresziert, wodurch Rinnspuren an einer Wand sichtbar werden. Und eine wiederaufladbare Stirnlampe verändert die Qualität der Inspektion eines Kriechkellers oder Dachbodens radikal: Beide Hände bleiben frei, um die Dämmung beiseitezuschieben.
Talkum-Test: Abends streut man eine feine Schicht Mehl oder Talkum vor eine verdächtige Öffnung. Abdrücke und eine Schleifspur des Schwanzes am Morgen bestätigen den Durchgang. Das ist das zuverlässigste Mittel, um ein aktives Loch von einem kosmetischen zu unterscheiden – und damit Prioritäten zu setzen.





