Lange auf tropische Regionen beschränkt, siedelt sich die Elektrische Ameise — auch kleine Feuerameise (Wasmannia auropunctata) genannt — nun im französischen Mutterland an. Erstmals im August 2022 im Département Var nachgewiesen, wurde sie seither in La Croix-Valmer 2024 und dann in Cavalaire-sur-Mer 2026 bestätigt. Ihr Vormarsch, begünstigt durch immer mildere Winter, beunruhigt Behörden wie Schädlingsbekämpfungsexperten.
Was ist die Elektrische Ameise?
Aus Südamerika stammend, zählt Wasmannia auropunctata zu den problematischsten invasiven gebietsfremden Arten der Welt. Sie steht auf der Liste der für die Europäische Union bedenklichen Arten (Durchführungsverordnung EU 2022/1203), was Einfuhr, Transport und Freisetzung verbietet.
Ihr Spitzname «Elektrische Ameise» rührt von ihrem Stich her: ein schmerzhafter, brennender Schlag, in keinem Verhältnis zu ihrer winzigen Größe. Anders als die echte amerikanische Feuerameise (Solenopsis invicta), die im französischen Mutterland noch fehlt, ist es tatsächlich die kleine Feuerameise, die heute die Küste des Var besiedelt.
Wie Sie sie erkennen
Die Bestimmung mit bloßem Auge ist nicht einfach, doch einige Hinweise helfen:
- eine winzige Größe von etwa 1,2 mm bei den Arbeiterinnen;
- eine helle braun-orange Farbe, gleichmäßig von Arbeiterin zu Arbeiterin;
- Fühler mit 11 Gliedern, die in einer zweigliedrigen Keule enden;
- ein langsamer Gang und äußerst dichte Kolonien;
- eine starke Präsenz in warmen, feuchten Milieus: bewässerte Gärten, Mulch, Blumentöpfe, Laubstreu.
Das auffälligste Zeichen bleibt der Stich: brennend kann er Blasen und, bei empfindlichen Personen, allergische Reaktionen hervorrufen.

Warum diese Invasion beunruhigt
Die Elektrische Ameise sticht nicht nur. Sie stört die Ökosysteme, indem sie heimische Ameisen und zahlreiche Wirbellose auslöscht, was die gesamte Nahrungskette aus dem Gleichgewicht bringt. In andernorts besiedelten Gebieten hat sie den Rückgang von Reptilien, Vögeln und Kleinsäugern verursacht und schädigt die Landwirtschaft.
Für Mensch und Haustiere liegt das Risiko in der Vervielfachung der Stiche: Bei Tieren in stark befallenen Wohnungen wurden Fälle von Hornhautentzündungen und Augenverletzungen gemeldet. Ihre Ausrottung ist komplex und kostspielig — bis zu mehreren Hunderttausend Euro pro Herd — weil ihre Kolonien, ohne Rivalität zwischen Königinnen, weitläufige «Superkolonien» bilden, die sehr schwer zu vertreiben sind.



