Sein Vetter auf der Kiefer hat sich schon im Frühling in den Boden zurückgezogen. An den Eichen unserer Parks, Gärten und Straßenbäume aber macht eine andere Brennraupe weiterhin ihren Zyklus: der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea). Aktiv von April bis August, mit Höhepunkt im Juni und Juli, ist er heute die wichtigste Quelle häuslicher Exposition im Sommer. Nach dem Start des Meldesystems „Alerte Chenilles" durch die 3115 (veterinärmedizinischer Notruf) im Januar 2026 und den aktuellen Bulletins der regionalen Gesundheitsbehörden (ARS) wird der Sommer 2026 mit einem verstärkten Meldungsrahmen vorbereitet.
Eine eigene Art, eine sommerliche Gefahr
Im Gegensatz zum Kiefernprozessionsspinner, der am Ende des Winters in einer Linie zum Boden hinabsteigt, bleibt der Eichenprozessionsspinner während der gesamten Brennphase auf dem Baum. Er webt seidige Nester, die am Stamm und an starken Ästen anliegen, oft unauffällig, da sie die Rindenfarbe imitieren. Mitten im Sommer erkennt man sie vor allem an den bräunlichen Belägen, die die Kolonien auf der Rinde hinterlassen, und an den Prozessionen, die sich in den warmen Stunden an den Ästen bilden.
Die Gefahr geht von den mikroskopisch kleinen Brennhaaren aus, die die Raupen abgeben: jede trägt zwischen 500 000 und 700 000 davon. Sie enthalten das Thaumetopoein, ein Protein, das monatelang in der Umgebung aktiv bleibt, auch in leeren Nestern. Schon der geringste Windhauch kann folgende Beschwerden auslösen:
- schwere Hautausschläge und intensiven Juckreiz;
- Bindehautentzündungen und Augenreizungen;
- Asthmaanfälle oder Atemnot bei empfindlichen Personen;
- bei Tieren ein tödliches Risiko: Zungennekrose nach Ablecken, Quincke-Ödem oder sogar anaphylaktischer Schock.

Warum der Sommer 2026 besonders mobilisiert
Mehrere Faktoren kommen zusammen. Erstens weitet der Klimawandel das Verbreitungsgebiet des Eichenprozessionsspinners nach Norden und in die Höhe aus: Nester werden in der Île-de-France, in Hauts-de-France und mittlerweile in der Normandie gemeldet, während er vor zwanzig Jahren auf den Süden beschränkt war. Längere Sommer verlängern das Expositionsfenster, mit einem Höhepunkt an Meldungen im Juni und Juli, den die ARS in Okzitanien, Auvergne-Rhône-Alpes und Nouvelle-Aquitaine beobachten.
Was die Werkzeuge angeht, hat die 3115 (nationales veterinärmedizinisches Notrufzentrum) im Januar 2026 ein „Alerte Chenilles"-System in Betrieb genommen: eine kostenlose Online-Plattform, mit der man das Vorhandensein eines Nestes (Kokons, Prozessionen, befallene Rindenstellen) mit Geolokalisierung und Foto melden kann, um die Karten der ARS zu speisen und gezielte Behandlungen zu organisieren. Die ANSES und mehrere Präfekturen haben parallel Sommer-Warnbulletins veröffentlicht, die Eigentümer und Verwalter von Grünflächen an die Pflicht erinnern, entdeckte Nester zu melden.
Wie erkennt man ein Nest des Eichenprozessionsspinners?
Drei Anzeichen, die man kennen sollte, besonders mit Blick auf den Sommer:
- Beige-graue seidige Beläge, die am Stamm oder am Ansatz starker Äste anliegen, an einer Eiche (selten an anderen Baumarten).
- Braun-orange Raupen mit schwarzem Kopf, 2 bis 4 cm lang, die in einer dichten Prozession ziehen (nicht in einer Reihe wie die des Kiefernprozessionsspinners).
- Lokales Absterben an einzelnen Ästen mit stellenweise vergilbten Blättern, Zeichen einer intensiven Fraßtätigkeit.
Um Verwechslungen zu vermeiden, erläutert unser Referenzleitfaden Prozessionsspinner: ein nesselnder Schädling, als Gesundheitsgefahr eingestuft den Unterschied zwischen den beiden Arten und die Schutzmaßnahmen.
Richtige Handgriffe bei einer Exposition
Ob Mensch oder Tier — die ersten Handgriffe zählen. Niemals reiben Sie die betroffene Stelle: die Brennhaare brechen ab und graben sich ein. Spülen Sie großzügig mit klarem Wasser (ohne zu reiben), waschen Sie die Kleidung bei 60 °C, duschen Sie sich und wechseln Sie die Kleidung. Bei Atemnot, Schwellung des Gesichts oder ausgedehnter Reaktion rufen Sie den 15 (Notruf) an oder suchen Sie einen Arzt auf. Für ein Tier ist der tierärztliche Notfall lebenswichtig: wählen Sie die 3115 oder kontaktieren Sie umgehend Ihren Tierarzt.
Fassen Sie niemals ein Nest an, auch kein leeres: die Haare bleiben monatelang nesseln. Halten Sie Kinder und Tiere von befallenen Eichen fern und melden Sie das Nest über die Plattform „Alerte Chenilles" der 3115 oder bei Ihrer Gemeinde.
Wie ein Fachmann eingreift
Die Entfernung von Nestern mitten im Sommer ist heikel: die Haare befinden sich auf dem Höhepunkt ihrer Konzentration und das Risiko einer Verteilung ist hoch. Fachleute verwenden vollständig dichte Schutzanzüge, Sprühteleskopstangen mit zugelassenen Bioziden und Sauggeräte, die Nester und Raupen aufnehmen, ohne die Umgebung zu verschmutzen. Ein Eingriff erfolgt in zwei Durchgängen: Zerstörung der aktiven Nester und danach Kontrolle einige Wochen später, um sicherzustellen, dass keine Restprozession entwischt ist.
Für Privatpersonen bleibt die Vorbeugung die erste Barriere: halten Sie sich nicht unter einer befallenen Eiche auf, vermeiden Sie den Kontakt mit tiefen Ästen und lassen Sie das Nest nach der Meldung von einem Fachmann behandeln. Entdecken Sie unsere Dienste zur Bekämpfung nesselnder Raupen und unsere für Gärten geeigneten Schutzvorrichtungen und Fallen, um den sommerlichen Druck zu begrenzen.
Ein Nest an einer Eiche in Ihrer Nähe entdeckt? Kontaktieren Sie unsere Experten für eine kostenlose Diagnose oder fordern Sie im Notfall eine schnelle Intervention gemäß den Protokollen Ihrer ARS an.



