Wenn das Gras unter der Hitze von Juli und August vergilbt und der Rasen nicht gemäht wurde, betritt eine winzige rote Milbe die Bühne: die Herbstgrasmilbe (Erntemilbe, Trombicula autumnalis). Mit bloßem Auge unsichtbar – 0,2 bis 0,3 mm – ist sie verantwortlich für eine der häufigsten sommerlichen Dermatitiden in Frankreich, in vielen Gärten noch vor den Mücken. Da Météo-France für den Sommer 2026 im Mittelmeerbogen und im Südwesten überdurchschnittlich heiße und trockene Bedingungen angekündigt hat, beobachten die Agences régionales de santé (ARS) bereits eine Zunahme der Apothekenberatungen wegen „Quaddeln an den Knöcheln" und „Sommerprurigo". So erkennen und behandeln Sie die Milbe – und schützen Ihren Garten dauerhaft.
Was genau ist eine Herbstgrasmilbe?
Die Herbstgrasmilbe ist kein Insekt, sondern die Larve einer Milbe aus der Familie der Trombiculidae. Das ausgewachsene Tier ist harmlos, lebt im Boden und ernährt sich von Pflanzenresten; nur die Larve ist ein Parasit. Sie klettert auf Grashalme, Beeteinfassungen, Mäuerchen und das untere Ende von Pflanzen und wartet dort auf einen vorbeikommenden Wirt – Mensch, Hund, Katze –, an dem sie sich festhält.
Anders als Mücken saugt die Herbstgrasmilbe kein Blut. Sie injiziert einen Verdauungssaft, der die Zellen der Oberhaut auflöst, und saugt anschließend den zellulären „Brei" auf. Dieser Saft löst mehrere Stunden später die Entzündungsreaktion aus: eine rote Quaddel mit einem zentralen Punkt (Ansatzstelle), umgeben von einem rosafarbenen Hof.

Warum der Sommer 2026 besonders exponiert ist
In diesem Jahr treffen drei Faktoren zusammen:
- Météo-France sagt für die Südhälfte einen überdurchschnittlich heißen Sommer 2026 voraus (+1 bis +1,5 °C), mit längeren Hitzeperioden. Diese Bedingungen beschleunigen den Zyklus der Milbe: Eine Saison kann zwei bis drei Generationen statt einer hervorbringen.
- Spätes Mähen und nicht gemähte Wiesen am Stadtrand bieten ein ideales Reservoir. Herbstgrasmilben finden sich in Parks, öffentlichen Grünanlagen, an Wegrändern, auf Brachflächen, Golfplätzen und an Flussufern – nicht nur auf dem Land.
- Die ANSES und mehrere regionale ARS (Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Auvergne-Rhône-Alpes) melden seit 2023 eine Ausweitung des Verbreitungsgebiets nach Norden, mit dokumentierten Fällen bis in die Île-de-France und in den Grand Est.
Wie man einen Herbstgrasmilbenstich erkennt
Stiche von Herbstgrasmilben haben eine sehr charakteristische Signatur:
- Typische Lokalisierung: Knöchel, Waden, Knie, Leisten, Gürtellinie, Handgelenke – immer an den Stellen, die mit Gras oder enger Kleidung in Berührung kommen.
- Gruppierte Quaddeln (manchmal 5 bis 20 auf derselben Stelle), zentriert um einen dunkleren roten Punkt.
- Starker Juckreiz, oft nachts schlimmer, der ein bis zwei Wochen anhalten kann.
- Auftreten 3 bis 6 Stunden nach der Exposition (manchmal erst nach 24 h), was die Diagnose erschwert.
Nicht zu verwechseln mit: Stichen der Tigermücke (einzelne Quaddeln, sticht vor allem in der Dämmerung), Zeckenstichen (das Tier bleibt festgesaugt, keine gruppierten Quaddeln) oder der Urtikaria (diffuse Plaques, ohne Bezug zum Aufenthalt im Freien).



