Ein großes südamerikanisches Nagetier, das europäische Feuchtgebiete besiedelt
Die Nutria (Myocastor coypus), auch Biberratte oder Coypu genannt, ist ein großes semi-aquatisches Nagetier aus Argentinien, Uruguay, Chile und Brasilien. Sie kann bis zu 9 kg wiegen und 80 cm lang werden, einschließlich ihres zylindrischen Schwanzes. Im 19. Jahrhundert wegen ihres Fells nach Frankreich eingeführt, entkam sie aus Pelztierfarmen und besiedelte nahezu das gesamte Land, mit Ausnahme hochgelegener Regionen.
Im Jahr 2026 koordinieren mehrere regionale FREDONs und departementale Jagdverbände kollektive Fangaktionen in den Feuchtgebieten von Charente-Maritime, Gironde, Camargue, Loire-Atlantique, Vendée, Bouches-du-Rhône und Morbihan mit Zielvorgaben von mehr als 200 Nutriafängen pro Zone in der Sommersaison.
Warum die Nutria als invasive gebietsfremde Art eingestuft ist
Die Nutria steht auf der Liste der invasiven gebietsfremden Arten (IAS) des OFB (Französisches Büro für Biodiversität) und des MNHN (Nationalmuseum für Naturkunde). Sie ist außerdem als ESOD — Art, die Schäden verursachen kann — durch dreijährige Präfekturverfügungen in mehr als 70 französischen Départements eingestuft, darunter die gesamte Atlantikküste von der Camargue bis in die Bretagne.
Der Rechtsrahmen kombiniert:
- Die EU-Verordnung 1143/2014 zur Prävention und zum Management invasiver gebietsfremder Arten;
- Die Ministerverordnung vom 14. Februar 2018, die Einfuhr, Verkauf, Zucht und Transport lebender Nutrias verbietet;
- Die Verordnung vom 29. Januar 2007, die die Fangbedingungen regelt;
- Die präfektoralen ESOD-Verfügungen 2024-2027 oder 2025-2028, die je nach Département die Tötung per Schuss, Käfigfalle oder Bogenschießen erlauben.

Massive Schäden an Ufern, Kulturen und Biodiversität
Die Nutria ist ein strenger Pflanzenfresser, der täglich 25 % ihres Körpergewichts an Pflanzen verzehrt. Ihre Schäden lassen sich in drei Kategorien einteilen:
- Einsturz von Ufern und Deichen: Sie gräbt 6 bis 8 Meter lange Baue mit untergetauchten Eingängen, die Wasserbauwerke, Treidelpfade, Fischteiche und Bewässerungskanäle schwächen. In der Camargue und im Marais poitevin mussten mehrere Deiche nach Einstürzen, die der Nutria zugeschrieben werden, notdürftig wiederaufgebaut werden;
- Landwirtschaftliche Verluste: Mais, Getreide, Raps, Luzerne, Sonnenblumen, Gemüsekulturen — die Schäden übersteigen lokal 500 € pro Hektar laut den Landwirtschaftskammern von Charente-Maritime und Vendée;
- Auswirkungen auf die Biodiversität: Verzehr von Schilfbeständen, Zerstörung von Gelegen von Wasservögeln (Enten, Blesshühner, Rallen), Konkurrenz mit der Schermaus und der Bisamratte, Verbreitung des Großen Leberegels (Fasciola hepatica), der Vieh parasitiert.
Die Gesamtkosten für Gebietskörperschaften und Landwirte werden vom OFB auf mehrere zehn Millionen Euro pro Jahr auf nationaler Ebene geschätzt.
Die Bekämpfungskampagne 2026: kollektive Fangaktion und präfekturale Koordination
Im Jahr 2026 stützt sich die nationale Vorrichtung auf mehrere sich ergänzende Achsen:
- Käfigfang mit zugelassener Falle (Modell "Nutriafalle" mit einem Eingang, ohne Köder), durchgeführt von ACCAs (kommunale Jagdvereinigungen), regionalen FREDONs und départementalen Jagdverbänden;
- Schießaktionen durch die lieutenants de louveterie, insbesondere im Sommer, wenn Nutrias entlang der Kanäle aktiv sind;
- Departementaler Koordinator "Invasive gebietsfremde Arten", der von den Präfekturen in den meisten betroffenen Départements im Rahmen der Nationalen IAS-Strategie 2022-2030 ernannt wird;
- Schulung der Mitarbeiter der Küstengemeinden und der ASA (zugelassene syndikale Vereinigungen) von Teichbesitzern im Aufstellen konformer Fallen;
- Zentralisierte Datenerfassung über die Plattform SINP (Informationssystem für Natur und Landschaften) und die OFB-App "Handeln für die Biodiversität", die Privatpersonen ermöglicht, ihre Beobachtungen zu melden.



