Am 16. Juli 2026 tagte in der Präfektur der Mosel der erste Lenkungsausschuss zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina). Vertreter des Staates, des SDIS, des Departements, des GDSA (Verband des gesundheitlichen Schutzes der Imkerei) und der Matec (technische Agentur der Mosel) kamen zusammen. Diese Sitzung markiert einen Wendepunkt: Die Mosel wechselt von der Fall-zu-Fall-Bearbeitung zu einer koordinierten departementalen Strategie, in Umsetzung des Gesetzes Nr. 2025-237 vom 14. März 2025.
Zahlen, die die Dringlichkeit rechtfertigen
Der Vormarsch der Asiatischen Hornisse in der Mosel ist spektakulär:
- 61 Einsätze im Jahr 2024
- 250 Einsätze im Jahr 2025
Das ist eine mehr als vierfache Steigerung innerhalb eines Jahres. Dieser Sprung erklärt sich sowohl durch die natürliche Ausbreitung der Art als auch durch ein gesteigertes öffentliches Bewusstsein, das mehr Nester meldet. Aber die Herausforderung bleibt riesig: Jedes nicht rechtzeitig zerstörte Nest setzt Jungköniginnen frei, die im folgenden Frühjahr schwärmen werden.

12 Millionen Euro jährlicher Schaden an den Bienen
Die Imkerei ist das erste Opfer dieser Invasion. Die Schäden, die die Asiatische Hornisse den Bienenvölkern zufügt, werden auf 12 Millionen Euro pro Jahr auf nationaler Ebene geschätzt. In der Mosel beobachten die Imker eine zunehmende Prädation: Die Hornisse lauert am Flugloch des Bienenstocks und fängt Sammelbienen im Flug, wodurch das Volk nach und nach geschwächt wird, bis es zusammenbricht.
Die frühzeitige Vernichtung der Nester ist daher ein ökonomisches ebenso wie ein ökologisches Thema. Deshalb hat der Lenkungsausschuss die Priorität gesetzt, ab Herbst 2026 „in Kampfstellung“ zu sein für den Fang der Jungköniginnen.
Finanzierung weiterhin unzureichend
Trotz der Dringlichkeit kommen die Mittel nicht hinterher. Der Staat hat ein nationales Paket von 3 Millionen Euro zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse freigegeben, was für die Mosel lediglich 20.000 Euro bedeutet. Das SDIS schätzt jedoch, dass allein 200.000 Euro für Insektizidprodukte nötig sind, um die gemeldeten Nester effektiv zu behandeln.
Diese Lücke illustriert die Spannung zwischen den Ambitionen des nationalen Plans und den lokalen Haushaltsrealitäten. Entgegen der Annahme sieht das Gesetz von 2025 keine automatische Finanzierung für die Vernichtung jedes Nestes vor: Die Kostenübernahme hängt von den Entscheidungen der Gemeinden und des Departements ab, die von Gebiet zu Gebiet stark variieren.
Die operative Rolle der Matec
Die Matec (technische Agentur der Mosel) wurde als operativer „bewaffneter Arm" dieses departementalen Kampfes bestimmt. Diese Organisation wird die Logistik, die Ausbildung der Teams, den Einkauf der Produkte und die Planung der Fangkampagnen koordinieren. Ihre Aktivierung ist eine Neuheit: Bisher lag die Vernichtung der Nester hauptsächlich bei der Feuerwehr, den Imkern und privaten Unternehmen, ohne einheitlichen Rahmen.
Diese departementale Ausrollung folgt der Logik der Departementspläne, die durch das Durchführungsdekret vom 29. Dezember 2025 vorgesehen sind und jedem Präfekten die Organisation des Kampfes in seinem Gebiet übertragen.



