Schaben und Nagetiere in der Profiküche: die Hygieneanforderung

Sobald ein Betrieb Lebensmittel anbietet, ist Schädlingsbekämpfung keine gute Praxis mehr, sondern eine dokumentierte Pflicht.

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Deutsche Schabe, die in Profiküchen am häufigsten anzutreffende Art

Kurz gefasst

Ein Betrieb, der Lebensmittel handhabt – und sei es nur ein Frühstück –, muss nach EU-Hygienerecht über dokumentierte Verfahren zur Schädlingsbekämpfung in seinem Hygienekonzept verfügen. Konkret: ein nummerierter Köderplan, nachweisbare Besuche, zulässige Produkte durch qualifiziertes Personal und ein aktuelles Register. Das Fehlen dieses Systems gehört zu den häufigsten Beanstandungsgründen bei einer Kontrolle.

Was das Regelwerk tatsächlich erwartet

Das Hygienepaket verpflichtet Lebensmittelunternehmer, Verfahren nach HACCP-Grundsätzen einzurichten und über angemessene Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung zu verfügen. Es schreibt keine einzelne Methode vor: Es verlangt eine standortbezogene Gefahrenanalyse, geeignete Maßnahmen und den Nachweis, dass diese umgesetzt werden.

In der Praxis interessieren eine Kontrolle vier Punkte: der Köderplan und seine Umsetzung vor Ort, datierte Besuchsberichte, die Sicherheitsdatenblätter der eingesetzten Produkte und die Qualifikation des Ausführenden. Genau diese vier Punkte erstellen und pflegen wir.

Ein oft übersehener Aspekt: Der Plan muss leben. Ein vor drei Jahren angelegter und nie wieder geöffneter Ordner ist aus Sicht eines Kontrolleurs ungefähr so viel wert wie gar kein Plan.

Die Problemzonen in einem Beherbergungsbetrieb

Frühstücksraum und Office bündeln die Risiken: Krümel, Müslispender, Kaffeemaschinen, offene Abfallbehälter und Bodenlagerung. Deutsche Schaben finden dort Wärme, Wasser und Nahrung und verstecken sich in Gerätemotoren, Arbeitsplattenfugen und abgehängten Decken.

Müllraum und Anlieferung sind die Eintrittspforten der Nagetiere. Ein schlecht schließender Raum, offene Container oder ein abgenutzter Türspalt genügen, um eine Population anzusiedeln, die dann über die Schächte in die Etagen aufsteigt.

Schließlich die Lebensmittellager: Lagerung direkt auf dem Boden, an der Wand und ohne Rotation macht jede ernsthafte Inspektion unmöglich. Ein Lager mit wandabgerückten Regalen ist für sich genommen bereits eine Bekämpfungsmaßnahme.

Eine Behandlung, die den laufenden Betrieb zulässt

Gegen Schaben setzen wir auf Ködergele, punktuell und abseits lebensmittelberührender Flächen ausgebracht. Sie wirken innerhalb der Population weiter und erfordern weder Schließung noch Räumung des Betriebs – anders als flächige Sprühbehandlungen.

Gegen Nagetiere sind die Köderstationen gesichert, nummeriert und im Plan verzeichnet, mit Verbrauchsprotokoll bei jedem Besuch: Dieses Protokoll ist zugleich Überwachungsinstrument und Registerbestandteil. Der wirtschaftlichste Hebel bleibt jedoch die Exklusion – Verschluss von Durchlässen, Türspalten und Gittern –, weil sie die Ursache angeht.

Was wir garantieren

  • Schädlingsteil des Hygienekonzepts erstellt und laufend aktuell gehalten
  • Nummerierter Köderplan, vor Ort physisch umgesetzt
  • Ködergele, die den laufenden Lebensmittelbetrieb zulassen
  • Verbrauchsprotokolle und Besuchsberichte bei jedem Einsatz
  • Exklusionsempfehlungen gegen die Ursachen, nicht nur die Symptome

Häufige Fragen von Gastgebern

Löst schon ein kontinentales Frühstück diese Pflichten aus?

Ja. Sobald Lebensmittel zubereitet, gelagert oder ausgegeben werden, fällt der Betrieb unter das Lebensmittelhygienerecht und muss über die entsprechenden Verfahren verfügen, Schädlingsbekämpfung eingeschlossen.

Was riskiert ein Betrieb bei einer negativen Kontrolle?

Je nach Befund: eine Belehrung, eine Aufforderung mit Fristsetzung und in gravierenden Fällen eine behördliche Schließung bis zur Herstellung der Konformität. Ein umgesetzter und dokumentierter Plan macht genau den Unterschied zwischen diesen Ausgängen.

Kann behandelt werden, ohne die Küche zu schließen?

In der ganz überwiegenden Zahl der Fälle ja. Ködergele und gesicherte Stationen sind für den laufenden Betrieb ausgelegt. Nur extreme Situationen oder bestimmte Sprühbehandlungen erfordern eine vorübergehende Unterbrechung.

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